Jugendweihe Thüringen e.V. Philipp Scholz
Veröffentlicht am
23. Februar 2026

Neun Jahre im Ehrenamt: Lernen, wachsen, gestalten

„Fast nichts bringen wir zustande, ohne anderen Dank zu schulden.“
Mit diesen Worten leitete ein deutscher Sprachwissenschaftler die Danksagung eines seiner Bücher ein. Seitdem begleitet mich dieser Satz wie ein leiser, verlässlicher Gedanke im Hintergrund – als Erinnerung daran, wie sehr unser Tun auf dem Wirken anderer aufbaut.
Vereinsarbeit lebt nicht von Titeln oder Hierarchien, sondern von Teamgeist, Vertrauen und gegenseitiger Wertschätzung. Sie entsteht dort, wo Ideen gehört und Engagement anerkannt wird – und wo Menschen bereit sind, gemeinsam zu gestalten.
Wir alle bringen uns auf unterschiedliche Weise ein, setzen eigene Schwerpunkte und tragen verschiedene Verantwortungen. Was uns verbindet, ist das gemeinsame Anliegen, den Gedanken der Jugendweihe weiterzugeben, weiterzuentwickeln und zugleich zu bewahren.
Dabei stehen wir auf dem Fundament vieler vor uns: Menschen, die Strukturen geschaffen, Humanität und Weltoffenheit gelebt und ihr Vertrauen in jene gesetzt haben, die diese Werte heute weitertragen. Dieses Vertrauen verpflichtet.

Bildrechte: Fotoatelier Schrön / Stephan Schrön

Inzwischen blicke ich auf neun Jahre Mitgliedschaft bei Jugendweihe Westthüringen e.V. zurück. Für manche mag das überschaubar erscheinen – für mich war es eine prägende Zeit und eine Konstante in einem Lebensabschnitt voller Veränderungen. Ich bin älter geworden, reifer vielleicht, habe mich weiterentwickelt, bin neue Wege gegangen. Die Verbundenheit zum Verein ist geblieben.
Was 2017 mit dem Überreichen der Geschenkbücher auf der Bühne begann, nahm 2018 eine unerwartete Wendung: plötzlich Vorstandsmitglied. Überraschung, Freude, Dankbarkeit – und auch die Frage, ob ich den Aufgaben gerecht werden würde.
Seitdem versuche ich, Verantwortung mit Leidenschaft und eigenen Ideen zu füllen. Rückschläge und Gegenwind gehören dazu. Ich habe gelernt, an neuen Aufgaben zu wachsen, Zusammenhänge zu erkennen – und auch anzunehmen, dass nicht jede zunächst überzeugende Idee erfolgreich umgesetzt werden kann. Gerade darin zeigt sich die Stärke gemeinsamer Arbeit: Wir ergänzen uns durch Erfahrung, unterschiedliche Perspektiven und individuelle Fähigkeiten.
Dass ich seit neun Jahren im Vorstand mitwirken darf, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Allen, die mich auf diesem Weg begleitet und meine Arbeit mit Vertrauen und Wertschätzung getragen haben, gilt mein herzlicher Dank.

Neben meiner Arbeit im Regionalverein durfte ich in den vergangenen zwei Jahren als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Jugendweihe Thüringen e.V. Verantwortung übernehmen – eine Aufgabe, in die ich gemeinsam mit einem neuen Team hineinwachsen durfte. Ende des vergangenen Jahres wählten mich die Mitglieder zum Vorsitzenden.
Die Arbeit auf Landesebene hat meinen Blick geweitet. Statt nur die eigene Region zu sehen, lernte ich Strukturen und Arbeitsweisen in ganz Thüringen kennen. Wo unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen aufeinandertreffen, entstehen Herausforderungen – vor allem aber Chancen. Ich habe erlebt, dass trotz verschiedener Perspektiven tragfähige Lösungen möglich sind. Die Entwicklung unseres neuen Logos hat das eindrucksvoll gezeigt: Geduld, Kompromissbereitschaft und Respekt sind entscheidend.
Ich habe die Wahl nicht als persönlichen Aufstieg verstanden, sondern als Vertrauensbeweis. Dieses Vertrauen verpflichtet, Bewährtes zu achten und zugleich offen für notwendige Weiterentwicklung zu bleiben. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern sich – deshalb müssen auch wir unsere Strukturen und Inhalte regelmäßig prüfen, um zukunftsfähig zu bleiben.
Mein Ziel ist es, verbindend zu wirken und gemeinsam mit den Regionalvereinen die Jugendweihe in Thüringen zeitgemäß weiterzuentwickeln. Denn wir handeln nicht als Einzelne, sondern als Gemeinschaft – für die vielen Jugendlichen in Thüringen, die wir begleiten dürfen.

Anfang Februar wurde auf der Bundesversammlung des Bundesverbandes Jugendweihe Deutschland e.V. in Berlin ein neuer Bundesvorstand gewählt – künftig darf ich dort als Vizepräsident mitwirken.
Damit ist in kurzer Zeit ein weiterer Schritt hinzugekommen: von der regionalen Arbeit über die Verantwortung auf Landesebene hin zur Mitgestaltung auf Bundesebene. Jede Ebene hat ihre eigene Perspektive, doch alle eint das Ziel, Jugendweihe und Jugendarbeit verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
Auf Bundesebene heißt das, Strukturen im größeren Zusammenhang zu denken, Interessen zu bündeln und unserer Arbeit eine klare, zeitgemäße Stimme zu geben – gemeinsam mit einem engagierten Team.
Dieser Aufgabe begegne ich mit Respekt vor der Verantwortung und mit Zuversicht, weil ich überzeugt bin, dass wir im Miteinander viel bewegen können.
Im Rückblick bleibt vor allem Dankbarkeit – für Vertrauen, Unterstützung und geteilte Verantwortung. Denn fast nichts gelingt allein. Und genau darin liegt die Stärke unseres Miteinanders.
Diese Stärke hat viele Gesichter. Eines davon möchte ich zum Abschluss besonders würdigen:

Lieber Stephan, du hast den Landesverband Jugendweihe Thüringen e.V. in einer herausfordernden Zeit übernommen, ihn zwei Jahrzehnte lang geführt und sicher in eine stabile Zukunft geleitet. Mit deiner ruhigen, verbindenden Art hast du es verstanden, die Fäden zusammenzuhalten, Diskussionen zu ordnen und auch in emotionalen Momenten an das Wesentliche zu erinnern: wofür wir uns gemeinsam engagieren.
Du hast Entwicklungen ermöglicht, Ideen unterstützt und zugleich dort kritisch nachgefragt, wo es notwendig war – stets menschlich, konstruktiv und im Sinne der Gemeinschaft. Unser Landesverband ist in diesen Jahren gewachsen und hat sich weiterentwickelt. Dass dies in dieser Form möglich war, ist auch dein Verdienst.
Nicht nur persönlich, sondern im Namen von Jugendweihe Thüringen e.V. spreche ich dir meine aufrichtige Anerkennung und große Wertschätzung für 20 Jahre Engagement aus.

Danke!

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